Die Musik von Byzanz
Vor allem die Kirchenmusik des oströmischen byzantinischen Reiches stellt ein entscheidendes Bindeglied zwischen der Musik der Antike und der Mittelalterlichen Musikgeschichte dar (Beispiel: Der Gregorianischer Gesang in seiner Urform in Byzanz). Sie hat entscheidend die Kirchenmusik in den osteuropäischen Ländern geprägt und lebt heute in veränderter Form weiter in der griechischen Kirchenmusik.
Volksmusik (Dimotiki Mousiki)
Dimotiki Mousiki (von Dimos das Volk) oder eigentlich passender Ellinika dimotika tragoudia ist die traditionelle griechische Volksmusik vor allem aus dem ländlichen Raum. Sie wird von Klarinetten, Gitarren, Tamburinen und Geigen begleitet und schließt Tanzmusikformen wie, unter ihnen den chaniotischen Syrto, den Reihentanz Kalamatiano, Tsamiko oder Arvanitikos der Tanz der Tapferkeit, und Chasaposerviko ein. Vokalmusik wie die Kleften-Lieder, die während des Partisanenkrieges gegen die türkische Herrschaft ab 1715 von den Rebellen gesungen wurden, sind in der Regel Lieder von Kampf, Tod, Treue und Verrat, also meist tragischer Natur, was ja außer der Liebe heute noch das tragende Element der griechischen Musik ist. Alte Volkslieder, die Paradosiaka aus Thessalien und Mittelgriechenland werden überwiegend mit Klarinette und Violine gespielt. Die Lieder handeln oft vom osmanischen Joch, Krieg und Vertreibung. Die Volkslieder der Inseln, die Nisiotika, sind oft temperamentvoll oder melancholisch. Vorherrschende Instrumente sind die Laute, Santouri, ein Zupfinstrument mit 100 bis 140 Saiten, das auch mit Klöppeln angeschlagen wird, Baglamas (ein kleines Bouzouki) und Lyra. In Nordgriechenland wird immer noch häufig der Dudelsack gespielt, und zwar die auch in Bulgarien oft vorkommende Kaba Gajda, sowie die Zurna, eine Art Oboe, die bis weit in den arabischen Raum, in der Türkei und in Armenien verbreitet ist. Auf den griechischen Inseln wird eine weitere Dudelsackart, die Tsampouna, gespielt, die im Unterschied zur Gajda keine Bordunpfeife, dafür aber zwei Parallelspielpfeifen hat. Auf Karpathos wird sie klassisch im Trio mit Lyra und Laute gespielt. Bis zu den nationalsozialistischen Pogromen, im II. Weltkrieg war in Thessaloniki eine starke sephardische Musiktradition verbreitet, die heute von der Sängerin Savin Yannatou weitergegeben wird. Viele der frühesten Aufnahmen wurden von den Arvanites (albanischstämmigen Griechen) Giorgia Mottaki und Giorgios Papasideris gemacht. Zu den Instrumentalisten gehören Klarinettenvirtuosen wie Giorgos Yevyelis oder Vassilis Saleas, der zusammen mit Theodorakis auf dem Album Litany zu hören ist. Der Oudspieler Nikos Saragoudas, der auch Bauchtanzmusik spielt und der Fiedler Giorgos Koros. Griechische Folklore wird oft auf Instrumenten gespielt, die schon im Altertum von Griechen und Persern gespielt wurden. Später wurden diese Instrumente von Arabern und Mauren übernommen, die sie dem Westen übermittelt haben.
Rembetiko
Der Rembetiko (griechisch ρεμπέτικο) ist ein griechischer Musikstil, der aus den Volksmusiktraditionen Griechenlands und der sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den Städten Athen, Piräus und Thessaloniki bildenden Subkulturen hervorgegangen ist. Der Rembetiko wird oft auch als der griechische Blues bezeichnet, weil die Texte ähnlich wie im Blues von den alltäglichen Sorgen und Erfahrungen der einfachen Leute handeln. Der Rembetiko erlebte in den 1930er bis 1950er Jahren seine Blütezeit. In den Anfängen seiner Entstehung wurden Rembetika nur von den in Piraeus lebenden Rembetes gespielt, meist Flüchtlinge, die im Jahr 1922, dem Jahr der sogenannten kleinasiatischen Katastrophe, aus Smyrna und anderen Orten Kleinasiens in das europäische griechische Kernland vertrieben worden waren. Später entwickelte sich daraus eine der populärsten Musikformen Griechenlands. Hauptinstrumente sind Bouzouki, Gitarre, Baglamas, Akkordeon und Geige. Zu den bekanntesten Komponisten des Rembetiko gehören Markos Vamvakaris, Manolis Hiotis und Vassilis Tsitsanis. Die wesentlichen Rhythmen oder Tänze des Rembetiko sind Chasapiko, Chasaposervikos, Zeibekikos, Karsilamas, Aptalikos, Tsifteteli, Anatolitikos oder Bayo und Sirtos.
Populäre Musik (Laïki Mousiki)
Die Laïki Mousiki hat ihre Wurzeln im Rembetiko, der in den 20er und 30er Jahren vor allem in städtischen Subkulturen entstand. Aus Kleinasien stammende Griechen, die durch den Bevölkerungsaustausch infolge der Kleinasiatischen Katastrophe ein Subproletariat in den Städten bildeten, entwickelten diesen Musikstil aufbauend auf ihren musikalischen Traditionen. Typische Instrumente sind Bouzouki, Gitarre, Baglamas, Akkordeon und Geige. Zu den bekanntesten Komponisten und Interpreten des Rembetiko gehörten Markos Vamvakaris, Manolis Hiotis und Vassilis Tsitsanis. Die Lieder handeln oft von der Fremde, der Liebe, dem Gefängnis, Alltag und Elend. Wegen ihrer schwermütigen Stimmung und ihres Ursprungs in den Elendsquartieren wird der Rembetiko häufig als der griechische Blues bezeichnet. Der Film 'Rembetiko' (siehe Rembetiko (Film) von Kostas Ferris 1983) gibt einen Eindruck von Lebensbedingungen und Lebensstil der Rembetes. In den 1930er bis in die 1950er Jahre entstanden die meisten der traditionellen Rembetiko-Lieder. Sie waren im griechischen Bürgertum verpönt. Die Komponisten Manos Chatzidakis und Mikis Theodorakis griffen musikalische und thematische Elemente des Rembetiko in ihren Kompositionen auf und machten ihn dadurch 'salonfähig'.
Populäres Kunstlied (Éntekhno Tragoudi)
Im Έντεχνο treffen sich Elemente des Rembetiko mit westlichen Lied- und Chansonformen und bei einigen Komponisten (z.B. bei Giannis Markopoulos) traditioneller Dimotiki Mousiki. Mikis Theodorakis und Manos Chatzidakis gelten als die Begründer dieser Musikrichtung in den 1950er Jahren. Viele Entechna Tragoudia sind Vertonungen von Gedichten bekannter griechischer Dichter und verhelfen so der Lyrik zu einer außergewöhnlichen Popularität. Sänger traditioneller Musik erschienen in den 1960er Jahren mit Dionysis Savvopoulos; viele dieser Musiker spielten Neo kyma, eine Mischung von Entechhno und französischen Chansons. Savvopoulos vermengte Einflüsse US-amerikanischer Musiker wie Bob Dylan und Frank Zappa mit makedonischer Volksmusik und politischen Liedtexten. Einen ähnlichen Musikstil bieten Künstler wie Arletta, Mariza Koch und Kostas Chatzis. Während der Militärdiktatur 1967 - 1974 und in den Jahren danach griffen die Texte häufig politische Themen auf, auch in versteckten Anspielungen. Etliche Sänger und Komponisten beteiligten sich am Widerstand gegen die Obristen und ihre Musik wirkte identitätsstiftend für die Opposition über die Grenzen von Generationen und politischen Gruppierungen hinweg. Die Obristen verboten die Musik von Theodorakis, den Besitz seiner Platten und das Singen und Hören seiner Lieder.
Quelle: Wikipedia